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SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | Mediencommuniqué | 06.06.2019

Die Sorgen der Gläubigen sind auch die Sorgen der Bischöfe!

Die 324. ordentliche Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) fand vom 3.-5. Juni in der Propstei St. Gerold in Österreich statt. Die Propstei St. Gerold ist eine Filialniederlassung des beliebten Schweizer Wallfahrtsorts Einsiedeln und gehört seit dem 13. Jahrhundert zu dieser Abtei.

  

Empfang durch den Ortsbischof

Die Mitglieder der SBK wurden zu ihrer ersten Tagung in St. Gerold persönlich von Bischof Dr. Benno Elbs, Bischof von Feldkirch (Österreich), empfangen. Er erinnerte an die gemeinsame Vergangenheit des Vorarlbergs mit dem Bistum Chur. Das Bistum Feldkirch wurde 1968 errichtet.

 

Begrüssung des Apostolischen Administrators von Chur

Nach der Emeritierung von Bischof Dr. Vitus Huonder war erstmals Bischof Peter Bürcher mit dabei als Apostolischer Administrator des Bistums Chur. Die Mitglieder der SBK hiessen ihn - erneut - herzlich willkommen. Er war bereits von 1994 bis 2007 als Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg Mitglied der SBK, bis er zum Bischof von Reykjavik ernannt wurde. Die SBK freut sich, von seinem grossen Erfahrungsschatz profitieren zu können und wünscht ihm in Chur «für die wenigen Monate» alles erdenklich Gute und Gottes Segen. Bischof Peter Bürcher kommentierte die brüderliche Begrüssung mit der Feststellung, dass er als Bischof in Island gelernt habe, «sowohl ins sehr kalte als auch ins heisse Wasser zu springen».

 

In Erinnerung an Bischof Amédée Grab

Eine Woche nach der Bestattung von Bischof Amédée Grab in Chur gedachten seine Mitbrüder seiner im Gebet. Möge er in Frieden ruhen und für alles Gute, das er gewirkt hat, reichlich belohnt werden.

 

Appelle zur Erneuerung der Kirche

Die Mitglieder der SBK haben verschiedene offene Briefe und Appelle zur Kenntnis genommen, die zur Erneuerung in der katholischen Kirche aufrufen. Die SBK erkennt darin den Ausdruck einer Krise in unserer Kirche. Die Sorgen der Gläubigen sind auch die Sorgen der Bischöfe!

Auf Bistumsebene werden bereits verschiedene Gesprächsrunden geführt. Die SBK wünscht, dass das Wort Gottes von allen gehört und erfahren werden kann. Deshalb möchte auch sie über die Fragen und Forderungen in einen Dialog treten.

Die gestellten Fragen und Forderungen sind in ihrer Komplexität und Diversität so herausfordernd, dass die SBK diese im Verbund mit vielen Gläubigen angehen möchte. Eine Arbeitsgruppe wird eine Auslegeordnung der angesprochenen Themen (z.B. Rolle der Frauen/ Zölibat und viri probati/ sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch/ Glaube und Glaubensweitergabe) vornehmen. Sie soll auch prüfen, nach welcher Methode die Themenblöcke am besten angegangen werden können, welche Personen beigezogen werden sollten und welche Vorschläge allenfalls zuhanden der Universalkirche zu formulieren sind. Erfahrungen aus Dialogrunden zu diesen Themen aus den Bistümern sollen ebenfalls in diese Arbeitsgruppe einfliessen.

Bei der Frage der zu wählenden Methode spielt das synodale Vorgehen eine wichtige Rolle. Zur Klärung der Frage «Was heisst Synodalität in der Kirche?» will die SBK ihre Gremien einbeziehen und die Frage auch theologisch beleuchten.

Die Bischofskonferenz begibt sich auf diesen Weg in grosser Zuversicht auf die Unterstützung durch den Heiligen Geist und das Gebet aller Gläubigen.

 

Organtransplantation

Die im vergangenen April zustande gekommene Volksinitiative Organspende fördern - Leben retten beabsichtigt, die Anzahl Organspenden zu erhöhen, indem die jetzige Regelung der expliziten Zustimmung durch das Prinzip der vermuteten Zustimmung ersetzt wird. Dadurch würde die Spende von Organen, Geweben und Zellen jeder verstorbenen Person automatisch erfolgen, es sei denn, die betreffende Person hat zu Lebzeiten ihre Ablehnung geäussert (Widerspruchslösung).

Die SBK erinnert daran, dass eine Organspende sittlich und sogar verdienstvoll sein kann, vorausgesetzt, die Spenderin oder der Spender stimmt dem in vollem Wissen zu. Wie Papst Franziskus kürzlich betont hat, ist die Organspende „Ausdruck der Barmherzigkeit und der sozialen Verantwortung sowie unserer universellen Geschwisterlichkeit, die alle Männer und Frauen miteinander verbindet“. Für die Gläubigen sei es als „ein Geschenk an den leidenden Herrn“ zu verstehen, eine Geste der grosszügigen Liebe.

Ein Geschenk setzt die ausdrückliche Freiwilligkeit des Schenkenden voraus. Aus Sicht der SBK stünde die Einführung einer Widerspruchslösung dem Grundsatz der ausdrücklichen Freiwilligkeit entgegen. Aus diesem Grund lehnt sie die Widerspruchslösung ab.

Obwohl Organspende ein Akt der Liebe ist, hält die SBK auch fest, dass daraus keine moralische Pflicht abgeleitet werden kann. Wer sich nicht für eine Organspende entscheidet, kann somit keineswegs moralisch verurteilt werden.

Aus ihrer Erfahrung in der Seelsorge wissen die Bischöfe, dass häufig die Angehörigen diese folgenschweren Entscheidungen zu treffen haben. Deshalb ermutigen sie alle Gläubigen, ihren diesbezüglichen Willen mit ihren Angehörigen zu besprechen.

 

Schweizer Delegation am Internationalen Jugendforum in Rom

Vom 19.-22. Juni 2019 organisiert das Dikasterium für die Laien, die Familien und das Leben in Rom ein Internationales Jugendforum. Ziel dieses postsynodalen Treffens ist die konkrete Umsetzung der Vorschläge aus der Jugendsynode aus der Perspektive der Jugendpastoral. Jede Bischofskonferenz wurde eingeladen, zwei Jugendliche zu delegieren. Ebenfalls teilnehmen werden einige Jugendliche, welche bereits an der Jugendsynode anwesend waren sowie weitere von internationalen Laienverbänden delegierte Jugendliche.

Die SBK hat Aline Jacquier (geb. 1989, VS, diözesane Jugendkommission, Festival OpenSky, Weltjugendtag) und Roman Fiabane (geb. 1992, ZH, Pfarreirat Bülach, Adoray Zürich, Synode Zürich) als Delegierte ans Jugendforum ernannt.

Als Expertin aus der Schweiz wird auch Claire Jonard (Koordinatorin am Centre romand des vocations und Projektleiterin Jugendpastoral Suisse romande) teilnehmen, welche auf Einladung des Dikasteriums nach Rom reisen wird.

 

Begegnung mit dem Nuntius

Zum traditionellen Besuch des Apostolischen Nuntius in der Schweiz hat die SBK Erzbischof Dr. Thomas Edward Gullickson sowie Nuntiaturrat Mgr. Dr. José Manuel Alcaide Borreguero empfangen.

 

Welttag der Kranken und Schweizer Krankensonntag

Ab 2020 werden in der Schweiz sowohl der 11. Februar als Welttag der Kranken als auch der erste Sonntag im März als Schweizer Krankensonntag («dimanche des malades» bzw. «giornata del malato») angesetzt. Das zuständige Mitglied der SBK wird einen Text zum Schweizer Krankensonntag veröffentlichen.

 

Treffen mit dem Fastenopfer

Die Bischofskonferenz traf sich mit einer Delegation des Stiftungsrates und der Geschäftsleitung von Fastenopfer. Das Treffen diente der Information und dem Austausch über die Entwicklung und die Perspektiven des katholischen Hilfswerks. Die Bischöfe übermittelten Dank und Anerkennung für das segensreiche Wirken des Fastenopfer und unterstützen alle Anstrengungen zum Wohl der Ärmsten.

 

Ernennung

Die SBK hat Sr. Nadja Bühlmann, Kloster Baldegg, zur Richterin am Interdiözesanen Gericht ernannt.

 

Jahresbericht 2018 der SBK

Das Generalsekretariat hat den Jahresbericht 2018 der SBK veröffentlicht. Dieser erscheint auf Deutsch und Französisch. Darin enthalten sind die wichtigsten Tätigkeiten sowohl deren Mitglieder als auch deren Kommissionen, Arbeitsgruppen, Gesprächsgruppen und Fachgremien. Gedruckte Exemplare können unter sekretariat@bischoefe.ch bestellt werden.

 

St. Gerold, 5. Juni 2019

 

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